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Worauf man beim Arbeiten im Homeoffice achten sollte

(verpd) Grundsätzlich bietet eine Beschäftigung im Homeoffice im Vergleich zu einem Arbeitsplatz im Firmengebäude des Arbeitgebers diverse Vorteile. Zu nennen sind hier der Wegfall eines täglichen Arbeitsweges und eine relativ freie Zeiteinteilung bis hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es kann aber auch diverse Probleme geben, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht bestimmte Vereinbarungen treffen und Maßnahmen einhalten.

Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom e.V. erlauben vier von zehn Unternehmen ihren Mitarbeitern, komplett oder zeitweise auch von ihrem Zuhause aus zu arbeiten. Befragt wurden dazu über 850 Geschäftsführer und Personal-Verantwortliche von Firmen ab drei Mitarbeitern. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) arbeiten derzeit jedoch nur zwölf Prozent Beschäftigten, das ist weniger als jeder Achte, gelegentlich oder dauerhaft von zu Hause.

Homeoffice hat Vor-, aber auch Nachteile

Eine Studie aus dem Jahr 2019 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), für die über 7.000 Beschäftigte befragt wurden, zeigt die Vor- und Nachteile von Homeoffice auf. Jeweils rund drei Viertel der befragten Homeoffice-Arbeiter profitieren davon, dass sie deutlich weniger zu ihrem Arbeitgeber pendeln müssen, aber auch, dass sie Berufs- und Privatleben besser vereinbaren können. Mehr als sechs von zehn bekräftigten, dass sie im Homeoffice effizienter arbeiten können als an einem klassischen Arbeitsplatz.

Doch rund 40 Prozent gaben auch an, im Homeoffice mehr zum Teil auch unbezahlte Überstunden anzuhäufen. Dies deckt sich auch mit einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus diesem Jahr. So arbeiten Mütter im Homeoffice jede Woche rund eine Stunde länger als ihre Kolleginnen an einem klassischen Arbeitsplatz, bei den Vätern, die zu Hause arbeiten, sind es im Vergleich zu den Vätern, die direkt beim Arbeitgeber tätig sind, sogar mehr als zwei bis drei Stunden pro Woche.

Den größten Nachteil sehen Homeoffice-Arbeiter an der starken Vermischung von Privat- und Berufsleben, dies erklärte fast jeder zweite Befragte bei der BMAS-Studie. Dadurch kann es zu einer Arbeitsüberlastung kommen, zum Beispiel aufgrund der ständigen Erreichbarkeit zu Hause. Mehr als jeder Fünfte gab zudem an, dass der Kontakt zu den Kollegen im Homeoffice schlechter sei und rund jeder 25. beklagte, dass die geleistete Arbeit von den Vorgesetzten schlechter wahrgenommen werde als bei einem klassischen Arbeitsplatz.

Schriftliche Vereinbarungen sind wichtig

Wie sich Nachteile im Homeoffice vermeiden lassen, zeigen folgende Tipps für Arbeitgeber und Arbeitnehmer der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Mit Home-Office-Modellen Familie und Beruf gut vereinbaren“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

  • „Klare Vereinbarungen treffen: Vorgesetzte müssen zusammen mit den Beschäftigten im Homeoffice genau festlegen, wie Aufgaben unter den Kolleginnen und Kollegen aufgeteilt und in welchem zeitlichen Rahmen sie erledigt werden müssen.
  • Leistung objektiv definieren und messen: Das Homeoffice-Modell gibt Beschäftigten mehr Flexibilität, um ihre Zeit zwischen Beruf und Familie einzuteilen. Umso wichtiger ist es, die Leistung objektiv zu definieren und zu messen.
  • Technische Möglichkeiten nutzen: Videokonferenzsysteme, Chat-Systeme und Gruppenterminkalender – damit die Zusammenarbeit erleichtert und der Zusammenhalt im Team auch über weitere Entfernungen erhalten bleibt, empfiehlt es sich, die technischen Möglichkeiten zu nutzen.
  • Neue Meetingkultur entwickeln: Damit der Kontakt unter den Kolleginnen und Kollegen sowie der Teamgeist erhalten bleiben, sollten feste Termine für den regelmäßigen Austausch im Team (zum Beispiel wöchentlich als Fixtermin) festgelegt werden.
  • Regelmäßig Feedback geben: Wer von zu Hause arbeitet, kann sich nicht so leicht an Kolleginnen und Kollegen orientieren. Ein regelmäßiges Feedback durch die Vorgesetzten hilft ihnen dann dabei, ihre Arbeit besser einzuschätzen.
  • Kernzeiten festlegen: Damit der Austausch zwischen den Beschäftigten im Homeoffice und den Kolleginnen und Kollegen im Büro reibungslos funktioniert, sollten Kernzeiten festgelegt werden, in denen er oder sie zu Hause zu erreichen ist.
  • Produktives Umfeld schaffen: Wer das flexible Arbeitsmodell zu Hause nutzt, muss sich auch dort ein produktives Umfeld schaffen. Die Technik und der Raum müssen dafür geeignet sein, dass er oder sie von zu Hause aus problemlos arbeiten kann.“

Im Arbeitsvertrag sollte unter anderem geregelt sein, wie sich der Arbeitgeber an den Kosten für Miete, Internet, Telefon, Strom und Heizung beteiligt. Generell muss ein Homeoffice-Arbeitnehmer diszipliniert sein, um auch allein den an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu werden – und sich zum Beispiel seine Arbeitszeit sinnvoll einteilen. Er muss zudem deutliche Grenzen zwischen beruflicher und privater Tätigkeit ziehen – „familieninterne Absprachen und ein eigenes Arbeitszimmer helfen“ hier weiter, so das BMAS, um Stress zu vermeiden.

Der passende Versicherungsschutz für das Homeoffice

Für einen Homeoffice-Arbeiter ist es zudem wichtig, sich richtig abzusichern. Zwar ist ein Arbeitnehmer auch im Homeoffice während seiner beruflichen Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Allerdings besteht für viele Tätigkeiten wie den Gang zur Toilette oder die Pause in der Küche kein gesetzlicher Unfallschutz.

Aber selbst bei Unfällen, für die die gesetzliche Unfallversicherung leistet, drohen bei einer unfallbedingten Invalidität Einkommenseinbußen. Mit einer zusätzlichen privaten Absicherung, beispielsweise durch eine private Unfall-, Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung, lässt sich dies verhindern.

Übrigens, in vielen Hausrat-Policen sind Arbeitsgeräte wie PC und Drucker unter anderem gegen Brand und Einbruch-Diebstahl versichert, wenn sie in einem Raum stehen, der sowohl beruflich als auch privat genutzt wird und nicht ein reines Arbeitszimmer ist, das ausschließlich beruflich genutzt wird. Die Ausstattung in einem reinen Arbeitszimmer kann aber auch über eine spezielle Geschäftsinhalts-Versicherung versichert werden. Ein Versicherungsfachmann ermittelt auf Wunsch, inwieweit der bestehende Versicherungsschutz als Homeoffice-Arbeitnehmer ausreicht.

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